Die Nordsee an sich zählt zu den beliebtesten Urlaubsgebieten der Deutschen. Neben der heimischen Ostsee und den wenigen Bergen im Süden, ist sie somit der Schwerpunkt der deutschen Tourismusbranche. Jährlich beherbergen die norddeutschen Hotels mehrere Millionen Gäste, die vor allem aufgrund der größtenteils unberührten Landschaft, das Gebiet rund um die Nordsee als Reiseziel wählen. Neben dem typischen Ebbe-Flut Rhythmus hat die Nordsee allerdings noch weitere Besonderheiten zu bieten. Beispielsweise die Halligen!

Die Halligen im Allgemeinen

Die Halligen sind eine Ansammlung mehrerer sehr kleiner Inseln im nordfriesischen Wattenmeer. Sie befinden sich in der Nähe der Insel Sylt, einer sehr bekannten Tourismus-Hochburg.
Das Besondere dieser Inseln ist ihre Größe und der Fakt, das diese regelmäßig von Sturmfluten beinahe komplett überflutet werden. So ragen oftmals nur noch wenige Hügel, auch Warften genannt, aus dem Wasser heraus. Das Bizarre an den Inseln ist außerdem, das sich, obwohl der regelmäßigen Überflutungen, einige Menschen zum Leben auf diesen Inseln entschlossen haben. So wurden mehrere Gemeinden gegründet, worauf die Bevölkerung auf den Halligen insgesamt auf gut 300 Personen wuchs.
Die drei größten Inseln flächenmäßig gesehen sind Langeneß (10 km2 Fläche und 110 Einwohner), Hoge (5,7 km2 Fläche und 120 Einwohner) und Gröde (2,7 km2 Fläche und 17 Einwohner).
Die Zufahrt zu den einzelnen Halligen gestaltet sich natürlich etwas kompliziert. Die größeren Inseln werden von Fähren angefahren. Etliche sind auch bei komplettem Wattenmeer zu Fuß zu erreichen. Andere wiederum stehen unter Naturschutz.

Besonderheiten und Skurriles

Da der Boden der Inseln kein Süßwasser speichern kann, besaßen die Bewohner noch nie über eine eigene Süßwasserquelle. Schließlich wurde Regenwasser gesammelt, bis 1960 erstmalig Trinkwasserleitungen zu den Halligen gelegt wurden. Doch einige Inseln besitzen heute immer noch keine Verbindung mit dem Wassernetz!
Die heutigen Halligen sind allesamt Überbleibsel von größeren Inseln, beziehungsweise dem früheren Festland. Durch Sturmfluten wurde im Laufe der Zeit immer wieder Sand in das Meer getragen, wodurch die Größe der Inseln abnahm. Auf diese Weise sind seit dem 19. Jahrhundert bereits mehr als 100 Halligen “verschwunden”.